Gemeindebrief


Der Gemeindebrief für Nieder- und Oberschöneweide in einer gemeinsamen Ausgabe. ( Zum Betrachten des Briefes benötigen Sie möglicherweise einen pdf-reader ) .

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April und Mai
Februar und März


Monatsspruch September: Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt´s in einen löchrigen Beutel. (Hag 1,6)

Liebe Leserinnen und Leser,
jahrzehntelang hatten die Judäer aus dieser Hoffnung gelebt, dass sie einmal in ihre Stadt Jerusalem zurückkehren und den Tempel wieder errichten würden. So hatten sie die Zeit des Exils überlebt und sich ihren Glauben bewahrt. Und nun, tatsächlich freigekommen und in der alten Heimat zurück, fingen sie an, Häuser und Straßen zu bauen. Es gab viel zu tun. Der Tempel, einmal die Mitte der Stadt und ihres Lebens, war nicht mehr so wichtig, geriet wohl mehr und mehr in Vergessenheit. Der Elan des Anfangs, ihn in alter Schönheit wiederherzustellen, war ihnen abhandengekommen. Viele zogen sich ins Private zurück und füllten damit ihr Leben.

In diese Situation hinein spricht der Prophet Haggai und findet harsche Worte: Euer Leben ist nicht mehr in Ordnung, ist nicht mehr stimmig. Was ihr auch anfangt, es findet kein gutes Ende. Seht doch, wie ihr lebt. Wer die Mitte aus den Augen verliert, hat für das andere auch kein Maß.

Darum geht es in unserem Bibelwort, um Mitte und Maß. Der Prophet sagt: Wo die Mitte verloren geht, ist auch der Alltag des Lebens nicht mehr stimmig. Das Fundament muss fest sein und tragen. Für Haggai und für die Menschen seines Volkes war der Tempel die Mitte. An diesen Ort hatten sie sich gebunden. Hier war der Ort der Gottesnähe, hier wurden Gottesdienste gefeiert, wurde geopfert und gebetet.

In der Bergpredigt Jesus‘ hören wir ein Wort, das ebenso von Mitte und Maß unseres Glaubens spricht: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Mt 6,33) Die Mitte ist die Beziehung zu Gott. Hier liegt die Verbindung zwischen Jesu Wort und dem alten Prophetentext.

Das Leben im Gottesreich hat den Vorrang und soll unsere Mitte sein. Gemeint ist hier so etwas wie ein Raum, in den man eintreten kann. Es ist eine andere Welt, Gottes Welt, eine Welt der Barmherzigkeit, des Friedens und der Versöhnung. In ihr finden Menschen das Maß, vielleicht auch ein neues Maß, hier finden sie Orientierung und Klarheit.

„So wird euch das alles zufallen.“ Alles andere wird sich schon finden, wenn die Mitte stimmt. Seht die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Feld, sagt Jesus. Wer auf sie schaut, kann Leichtigkeit und Gelassenheit für alles andere lernen. Sie machen es uns vor, wie es sein kann, sich alles zufallen zu lassen.

Herzliche Grüße von Annette Schwer.


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